#powerfrauenIDEE Nr. 16 – Anja Plechinger von TROSTKUNST

Ich habe über diverse Plattformen so viele großartige Frauen kennengelernt, die es gewagt haben sich mit Lösungen für alte und neue Probleme selbständig zu machen. Frauen, die ungeahnte Marktlücken füllen, die tolle Produkte gegen alltäglich nervende Umstände erfunden haben, die uns einfach das Leben erleichtern. Und damit Du & die Welt davon erfahren, denn vielleicht kann die ein oder andere Idee Dir ja helfen, stelle ich all diese Frauen und Ihre außergewöhnlichen Ideen vor.

Möge endlich die Öffentlichkeit davon erfahren!

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Diese Interviewreihe mache ich lediglich um die Ideen der Frauen in die Welt hinauszutragen. Ich habe keinerlei Gegenleistung in Form von Honorar oder Produkten erhalten. Da die deutsche Gesetzgebung es aber vorschreibt kennzeichne ich diese Blogbeiträge als

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Das Kleingedruckte in Normalgröße! 🙂


Heute im Interview: Anja Plechinger von TROSTKUNST

Erzähl erstmal ein bisschen von Dir und Deiner Familie?

Ich bin in Freital geboren, meine Heimat ist für mich aber Dresden. Hier lebe ich gemeinsam mit meinem Partner und unseren beiden Kindern (2 und 9). Inspiriert von meinem Au-pair Jahr in den USA habe ich Amerikanistik sowie Romanistik und Erziehungswissenschaften studiert und anschließend in vielen abwechslungsreichen Projekten gearbeitet, wie bspw. bei Filmfestivals, als Journalistin, Übersetzerin und Lektorin. Schließlich bin ich im Tourismus gelandet und war dort für Marketing und PR verschiedener Projekte zuständig.

2009 erwarteten mein Mann, den ich übrigens im Flugzeug auf dem Weg ins Au-pair Jahr kennengelernt hatte, und ich unser erstes Kind. Ich war hochschwanger, als bei meinem Mann per Zufallsbefund Krebs diagnostiziert wurde. Es folgten neun hochintensive Monate der Freude, Angst, Hoffnung und Verzweiflung, bis mein Mann schließlich im Juli 2010 mit 32 Jahren verstarb. Mein Leben war mit einem Mal aus allen Angeln gerissen und ich plötzlich alleinerziehende Witwe. Mein Körper und meine Seele hatten keine Kraft mehr und ich entschied mich spontan, meinen Job zu kündigen und mir Zeit für mich und meine Trauer zu nehmen. Die beste Entscheidung, die ich in dieser Situation treffen konnte, denn sie führte mich zu innerer Heilung und auf den Weg in mein neues Leben.

Welche Idee hattest du?

Nachdem ich meine Arbeit gekündigt hatte, beschäftigte ich mich intensiv mit meinem Erlebten, mit den Themen Verlust, Sterben, Tod und Trauer, doch hauptsächlich eigentlich mit den Erinnerungen an unser gemeinsames Leben. Mein Weg der Verarbeitung war dabei das Schreiben – wie schon immer seit meiner Jugend. Und so schrieb ich u.a. Gedichte, die unterschiedlichsten Texte und irgendwann auch einen Briefroman basierend auf den Briefwechseln meines Mannes und mir während unserer diversen Auslandsaufenthalte.

Dieses bewusste schreibende Erinnern war z.T. emotional sehr herausfordernd, doch merkte ich irgendwann, wie es mich Stück für Stück von innen heraus heilte. Es half mir dabei, meine Trauergefühle fassen und annehmen zu können, die unglaubliche Kraft der Erinnerungen zu spüren und langsam wieder im Hier und Jetzt anzukommen. Ein anderer wichtiger Impuls für mein Schreiben war außerdem die tiefe Angst vor dem Verblassen der Erinnerungen an meinen Mann und der Erkenntnis, dass Erinnerungen ebenso vergänglich sind, wie das Leben selbst.

Plötzlich war da diese Idee in mir, anderen Trauernden dieselbe heilsame und kraftgebende Erfahrung zuteilwerden zu lassen und ihren Erinnerungen durch meine Worte eine Form zu geben. TROSTKUNST war geboren und damit mein Angebot, der Trauer Worte zu schenken. Das mache ich, indem ich individuelle Trauergedichte, Lebenssteckbriefe und Biografien für Hinterbliebene und unheilbar Erkrankte schreibe. Das eigentliche Thema ist dabei immer das Leben selbst. Gelebtes Leben in all seiner Reichhaltigkeit, das es zu bewahren gilt.

Nach und nach ist mein Angebot gewachsen und ich führe zudem Workshops durch und halte Vorträge. In meinen Workshops steht das heilsame biografische Schreiben im Mittelpunkt. In Vorträgen schildere ich meine eigenen Erfahrungen im Erleben von Sterben, Tod und Trauer. Ein weiteres Herzensprojekt ist die Edition Trostkunst, mit der ich kunstvolle Trauergedichtkarten mit eigenen Gedichten zu den verschiedensten Trauer(tabu)themen herausbringe. Mein wichtigstes Anliegen ist es, Menschen zu bewusstem Trauern zu ermutigen und heilsame Wege der Trauerbewältigung aufzuzeigen. Ich wünsche mir einen natürlichen und offenen Umgang mit Sterben, Tod und Trauer und dass diese Themen wieder mitten ins Leben zurückgeholt werden.  

Wie bist du auf die Idee gekommen?

Neben all den oben genannten Dingen gab es noch eine Situation, die bei mir gedanklich den Stein ins Rollen gebracht hat. Und zwar war es der Moment, als ich irgendwann das Badregal meines Mannes ausgeräumt habe und dabei nochmal an seinem Duschbad und Shampoo gerochen habe. Plötzlich kamen so viele Erinnerungen in mir hoch, die ich mit diesen Düften in Verbindung gebracht hatte. Das war ein wunderbares Erlebnis. Ich entschloss mich dazu, all diese kleinen Dinge, die meinen Mann ausmachten – sei es nun charakterlich oder welche Sachen er mochte, verwendete etc. – aufzuschreiben. Nach einer Weile las ich mir all meine Notizzettelchen durch und war hin und weg, wie präsent mein Mann wieder war, wie nah ich mich ihm fühlte, aber auch, wie viele der aufgeschriebenen Sachen ich ansonsten vergessen hätte. Da wusste ich, dass ich einen Weg suchen wollte, wie ich all diese wertvollen Erinnerungen in eine Form bringen könnte.

Was macht Dich zur Powerfrau?

Mein hundertprozentiges Vertrauen auf mein Bauchgefühl – wie bspw. bei der Kündigung, meiner Entscheidung, bewusst zu trauern oder mich selbstständig zu machen -, der Glaube an meine Idee und mein Können und dass ich meine Idee konsequent umgesetzt habe bzw. es immer noch tue. Außerdem  meine Fähigkeit zum Reflektieren und kritischen Hinterfragen, der Wille zu Veränderung und persönlicher Weiterentwicklung, mein Optimismus, meine Liebe zum Leben und die bewusste Entscheidung, erfolgreich zu sein, mit dem, was ich tue.

Gab es eine Hürde die du nehmen musstest oder hast du einfach losgelegt?

Im Prinzip habe ich einfach losgelegt. Anfänglich gab es in meinem Umfeld ein paar wenige mahnende Stimmen, ob die Kündigung meines Jobs nicht der falsche Weg wäre und mir damit ein wichtiger Pfeiler von Sicherheit und Regelmäßigkeit verloren ginge, aber das hat mich eigentlich nicht wirklich berührt, denn im Herzen wusste ich ja, wo mein Weg langgeht. Nachdem ich dann mit TROSTKUNST an die Öffentlichkeit gegangen bin, fiel mir allerdings vermehrt auf, dass ich von vielen Menschen, ob im beruflichen oder privaten Umfeld, gefragt wurde, ob das jetzt mein einziger Job wäre oder ich nicht doch noch einen „richtigen“ Job hätte. Das fand ich irgendwie irritierend, weil dabei oft mitschwang, dass meine Geschäftsidee toll und wichtig, jedoch viel zu speziell wäre, um davon wirklich leben zu können. Mit Stolz habe ich darauf immer geantwortet, dass das mein einziger Job wäre und das auch so bleiben würde.

Gibt es einen festen Plan für die Zukunft oder guckst du wie es sich entwickelt?

Einen groben Plan habe ich schon, auch ein ganz paar Ziele, die ich mittel- bzw. längerfristig erreichen will, dennoch bin ich immer offen für alle Menschen und Möglichkeiten, die sich entlang meines Weges tummeln und vertraue da auch weiterhin auf meine Intuition und das Universum.

Was habe ich Dich nicht gefragt, was sollten wir noch unbedingt von Dir wissen?

Dass es dieses Jahr noch ein paar spannende TROSTKUNST-Neuigkeiten geben wird. So ist gerade ein wunderbarer Lebenssteckbrief zum gemeinsamen Trauern und Erinnern als Buch zum Selbstausfüllen am Entstehen und ab Mitte Oktober wird es meinen eigenen Podcast „Trauertrauen – für bewusstes Trauern und einen natürlichen Umgang mit dem Tod“ geben. Ich freue mich schon so sehr auf alles, was kommt!
Zu guter Letzt möchte ich dir, liebe Simone, danken für deine Idee zu diesem tollen Blog, dein Engagement und dafür, dass ich hier mit dabei sein darf!


Vielen Dank für Deine ehrlichen Antworten liebe Anja! Wer jetzt neugierig geworden ist findet TROSTKUNST unter:

www.trostkunst.de
www.editiontrostkunst.de
www.facebook.com/trostkunst
info@trostkunst.de

Teile gerne dieses Interview in allen Social Media Kanälen, damit auch andere Menschen von unseren Power-Frauen-Ideen erfahren und sich noch viel mehr Frauen trauen mit Ihren Ideen an die Öffentlichkeit zu gehen.

Und … hinterlasse gerne einen Kommentar was du von dieser #powerfrauenidee hältst. Oder lies die vorherigen tollen Ideen:

#powerfrauenIDEE
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