#powerfrauenIDEE Nr. 2 – Antje Stumpe von PAPPKA

Ich habe über diverse Plattformen so viele großartige Frauen kennengelernt, die es gewagt haben sich mit Lösungen für alte und neue Probleme selbständig zu machen. Frauen, die ungeahnte Marktlücken füllen, die tolle Produkte gegen alltäglich nervende Umstände erfunden haben, die uns einfach das Leben erleichtern. Und damit Du & die Welt davon erfahren, denn vielleicht kann die ein oder andere Idee Dir ja helfen, stelle ich all diese Frauen und Ihre außergewöhnlichen Ideen vor.

Möge endlich die Öffentlichkeit davon erfahren!

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Heute im Interview: Antje Stumpe von PAPPKA® / MuseKind® GmbH

Erzähl erstmal ein bisschen von Dir und Deiner Familie?

Ich bin gebürtige Leipzigerin. Aber ich habe während meines Studiums zur Dipl.-Kommunikationsdesignerin in München, Wien und Halle gelebt und dadurch auch fremde Städte lieben gelernt. Vor dem Studium habe ich eine klassische Ausbildung zur Fotografin gemacht. Ich bin also im Kreativbereich zu Hause. Mein Diplom – ein Buchprojekt über den Stadtteil Leipzig-Grünau – habe ich in Halle an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein mit 2 kleinen Kindern und mit Auszeichnung abgeschlossen. Danach bin ich direkt in die Selbstständigkeit gestartet und habe als Freelancerin u.a.. auch mit Agenturen zusammen gearbeitet und meine eigenen Kunden betreut. Das dritte Kind kam dann zügig hinterher. Die flexiblen Arbeitszeiten als Freiberuflerin waren schon immer ein großer Reiz. So ließen sich Haushalt, Kind und Aufträge gut miteinander kombinieren. Wenn dadurch auch kreative Arbeitszeiten, wie Nachtarbeit entstanden sind… so hatte ich dennoch immer das gute Gefühl, genügend Zeit für meine Kinder zu haben. Morgens gemütlich mit allen Frühstücken und die Nachmittage zusammen zu verbringen ist wirklich ein Geschenk.

Welche Idee hattest du?

Vor drei Jahren habe ich Martina Musek über die Burg Giebichenstein getroffen. Sie studiert dort Lern- und Spieldesign. Das ist fast nicht zu glauben, aber ja, so einen Studienzweig gibt es wirklich. Martina war damals mit einer BWLerin auf der Suche nach einem Gestalter für ihre faltbaren Spielwelten, die aus einem Semesterprojekt heraus entstanden sind. So kamen wir zusammen. Und seither arbeiten wir an dem Projekt. Wir wurden in einem Acceleratorprogramm im Social Impact Lab in Leipzig aufgenommen. Das ist ein Co-Working-Space mit Mentorenunterstützung, steten Entwicklungsgesprächen und Coachingprogrammen. Das war total spannend. Eine Idee zu haben ist das eine, aber ein Business mit sozialen Aspekten daraus zu machen das andere. Wir hatten dann großes Glück, wir erhielten ein Gründerstipendium. Wahnsinn. Ab sofort hieß es, die eigenen Projekte zurückfahren zu können, weil das Stipendium natürlich die Haushaltskasse entspannt hat. Wir bereiteten den Businessplan vor, entwickelten die Spielwelten zur Marktreife, dank vielen Testrunden und aktiven Familien, die uns Feedback gaben. Und dann gab es einen Chrash. Unsere BWLerin verließ uns und dann standen wir da… am Scheideweg. Weitermachen? Den Mut haben? So verrückt sein? Oder an dieser Stelle feststellen, doch wieder Auftragnehmer für projektbezogene Kundenwünsche zu werden? Das waren wirklich ein paar schwierige Wochen. Was unterstützend auf unsere Entscheidung wirkte: eine Auszeichnung der Innvationsplattform namens futureSAX. Wir wurden mit unserer Idee letztes Jahr nominiert und kamen unter die 10 Finalisten. Dadurch erhilet PAPPKA® erstmals mediale Aufmerksamkeit. Das hat uns Mut gemacht und gestärkt. Nur wir beide, Martina und ich, haben Pitches gehalten und Investorenrunden gedreht, obwohl wir dafür absolut nicht geboren sind, für die Bühne und den Mittelpunkt. Wir haben das aber gemacht, weil wir an unsere Idee geglaubt haben. Und dann kam unser Geschenk: Cordula. Unser heißer Draht nach außen. Eine Frau, die mitten im Leben steht und weiß was sie will und was sie kann. Sie ist Marketing- und Salesmanagerin. Die perfekte Ergänzung. Und sie hat nun den Mut, in so ein unfertiges Gefüge ihre Kompetenzen und Erfahrungen einzubringen. Strukturen müssen wir erst erarbeiten. Es gibt kein vorgefertigtes Corporate Design Manual, an dem wir mal schnell eine Anzeige hervorzaubern können oder Strategien im Umgang mit Marketingtools. Wir müssen uns alles erst erarbeiten. Und dabei auch ständig offen sein für Learnings. Das ist total spannend und macht Spaß. Jede von uns bringt Ihre Ideen ein. Es macht wirklich Freude mit diesem Frauen-Power-Gründer-Team die Idee der faltbaren Spielwelten voranzutreiben. Jetzt haben wir erfolgreich eine Crowdfundingkampagne geschafft, mit einem sehr hohen Fundingziel. Darüber freuen wir uns so sehr, denn nun können wir die lange vorbereitete Produktion starten.

Was macht Dich zur Powerfrau?

Dass ich scheinbar ständig Energien habe… wenig Schlaf benötige und soweit meine eigenen Freizeitaktivitäswünsche zurückfahre, um alles andere herum auch zu schaffen. Das stört mich aber nicht, ich bin auch glücklich, wenn ich einfach experimentell kochen kann oder Töpfe spüle… die einfachen Tätigkeiten sind auch sehr entspannend, finde ich. Am Schönsten ist es, wenn alle Kinder mit in der Küche herumwuseln und wir dann gemeinsam ein Gericht zustande bringen. Also Powerfrau in dem Sinne, immer was los, immer was zu tun, den Alltag gut organisieren, nichts vergessen, alles auf die Reihe bekommen. Ich finde dieses Management ausgesprochen auch eine Leistung. Tagtäglich Verantwortung zu übernehmen für einen 5-Köpfigen Haushalt und ein Start-up, das ist schon eine Herausforderung, finde ich. Und immer die Nerven bewahren, auf wenn es mal nicht so läuft, wie geplant. Schön ist dabei zu erleben, dass es in meiner Familie niemandem egal ist, sondern dass alle, mein Mann, die Kinder, Großeltern, die ganze bucklige Verwandtschaft großes Interesse an PAPPKA® und den Fortschritten haben. In den letzten 3 Jahren ist PAPPKA® also auch zur Familienangelegenheit geworden. Jetzt bei Crowdfunding haben alle mitgefiebert. Das war fast wie Fußball. Und wie ist der aktuelle Stand? Werden wir es schaffen? Das war der sog. Proof of Concept. Wir haben es geschafft!

Wie bist du auf die Idee gekommen?

Wie gesagt, die Idee hatte Martina Musek und ich bin „aufgesprungen“.

Gab es eine Hürde die du nehmen musstest oder hast du einfach losgelegt?

Ich habe einfach mitgemacht. Der Arbeitsplatz im Social Impact Lab war ein guter Sprung. Weg vom eigenen Bürozimmer im eigenen Haushalt, wo immer Wäsche steht, die aufgehangen oder weggeräumt werden will… raus aus der Isolation. Als Freelancer hat man zwar viele Freiheiten, aber man ist auch ganz schön lang alleine. Es fehlen die Gleichgesinnten. Ich war wirklich froh, plötzlich ein Start-up mit einem kleinen Team zu haben, eine Aufgabe, die in Gemeinschaftlichkeit getätigt wurde. Menschen, die das gleiche Ziel verfolgen. Das hat es einfach gemacht. Die Wäscheberge konnten nun lange auf mich warten. 😉 Die Hürde, die wir im Laufe der Zeit nehmen mussten, war, als ein Teammitglied in der Vorgründungsphase ausgestiegen ist. Alles, was wir bisher aufgebaut hatten, war kipplig geworden. Das war bisher die größte Hürde und Gradwanderung.

Gibt es einen festen Plan für die Zukunft oder guckst du wie es sich entwickelt?

Ja, natürlich gibt es Pläne. Der eine heißt Finanzplanmodell und schaut 5 Jahre in die Zukunft. Da wir Designer nie an der Uni auch nur ein Wirtschaftsseminar belegen mussten, schauen wir uns die Zahlen gern nach der Schönheit an. Wie ist die 3 geschwungen? Gibt es den Zahlensatz auch als Mediävalziffern? Mit Exel haben wir es nicht so aus rein ästhetischen Gründen. Aber da man die Zahlen am Ende braucht, um auch wirklich wirtschaftlich zu sein, bemühen wir uns sehr, die ganzen Dinge, wie z.B. Deckungsbeitragsrechnung und GuV zu verstehen, zu verinnerlichen und dann die Umsatzzahlen und deren Annahmen richtig zu kalkulieren. Alles andere wäre Harakiri, wie Cordula immer so schön sagt. Unser Ziel ist es, das was wir tun, mit schwarzen Zahlen bestätigt zu bekommen.

Was habe ich Dich nicht gefragt, was sollten wir noch unbedingt von Dir wissen?

…was sind PAPPKA®’s Pläne? Zunächst gut in die Produktion einzusteigen, den Kunden ein hochwertiges Produkt zu liefern, dem man die Liebe am Entwicklungs- und Herstellungsprozess anmerkt. Kinder glücklich zu machen, wenn sie voller Stolz ihr eigenes Werk betrachten. Und dann kreiert Martina weitere, faltbare Spielwelten. Und dann entwickeln wir andere, sinnvolle Spielideen oder erwerben Lizenzen von jungen Spieldesignern und dann ist aus unserem Unternehmen MuseKind® ein Spieleverlag mit ökologischer und sozialer Verantwortung geworden… das wäre ein schöner Blick in die Zukunft.


Vielen Dank für Deine ehrlichen Antworten liebe Antje! Wer jetzt neugierig geworden ist findet sie auf Facebook unter: PAPPKA.Spielwelten oder Antje Stumpe.

Teile gerne dieses Interview in allen Social Media Kanälen, damit auch andere Menschen von unseren Power-Frauen-Ideen erfahren und sich noch viel mehr Frauen trauen mit Ihren Ideen an die Öffentlichkeit zu gehen.

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