Wozu nur wurden Mitgebsel-Gastgeschenke nach Kindergeburtstagen erfunden?

Ich bin ein absoluter Gegner von der Sitte der Gastgeschenke! Egal ob Hochzeit oder Kindergeburtstag! Mal ehrlich!!! Warum sollte man den Gästen etwas schenken? Ist denn die Party die man anlässlich seines Anlasses veranstaltet, alle einlädt, alles organisiert und bezahlt nicht genug??? Muss es Mitgebsel geben?

Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, da wurde man auf eine Party eingeladen weil es einen besonderen Anlass gab und brachte dem Jubilar, bzw. dem Gastgeber ein Geschenk mit. Als Dankeschön für die Einladung. Weil man sich mag und gerne schenkt. Weil man dem Gastgeber eine Freude machen möchte.

Das Wort Geschenk stammt übrigens ab von schenken, und das kommt vor allem von ausschenken. Der Gastgeber lädt ein und schenkt Wein & Bier aus, bzw. völlig überzuckerte Getränke auf dem Kindergeburtstag. *zwinker* Mehr auf Wikipedia.

Man organisiert eine Party, lädt seine Freunde, Verwandte und manchmal auch die „Pflichtmenschen“ ein. Die kennen wir alle, die Menschen, von denen man vorher schon weiß wie sie sich währenddessen oder nachher Ihre Mäuler zerreißen, die man aber aus Pflichtbewusstsein oder sonstigen doofen Gründen trotzdem einlädt.

Torte mit Kerze mit Aufschrift Fuck you are old

Man kocht oder bestellt Essen und/oder Getränke. Man hat Kosten, Arbeit und Zeit investiert. Man bereitet seinen Gästen Spaß, gemeinsame Freizeit und so vieles mehr. Die Gäste machen sich Gedanken über ein Geschenk, dass dem Gastgeber eine Freude bereitet, wirklich gebraucht werden könnte, eine große Überraschung ist oder auch gerne ein bisschen den Jubilar auf den Arm nimmt.

Aber was zum Teufel sollen diese Geschenke, die die Gäste neuerdings mit nach Hause bekommen? Mir ist schon klar, dass man sich damit für das Kommen und die Geschenke bedanken möchte. Aber ich finde da reicht eine Danksagung doch auch. Oder nicht?

Auf Hochzeiten hat es sich inzwischen so etabliert, dass auch ich mich schon fast daran gewöhnt habe. Und da es dann oft in Kombination auch gleichzeitig das Tischkärtchen ist und mir als Gast meinen Sitzplatz zeigt, rege ich mich darüber ja auch gar nicht auf. Auf unserer Hochzeit gab es aber trotzdem keine. *trotzigschmunzelndguck*

Mein Aufreger-Trigger sind die Kindergeburtstage!

In meiner Kindheit wurde man zu einem Kindergeburtstag eingeladen, es gab Kuchen, Spiele bei denen man Süßigkeiten gewinnen konnte (die in Mund oder Hosentasche verschwanden) und ab und zu noch Abendessen. Man brachte dem Geburtstagskind ein kleines Geschenk mit und ging nach der Party satt und glücklich wieder heim. Und da hatte man entweder Bauchschmerzen oder volle Hosentaschen mit Süßigkeiten. Keine extra Gastgeschenke die man überreicht bekommt wenn man als Gast geht.

Als meine älteste Tochter nach dem Umzug zurück nach Deutschland in den Kindergarten kam, passierte es zum ersten Mal. Ich holte sie Mittags ab und sie zweigte mir stolz eine Brotdose inkl. Lineal, Bleistift und Radiergummi. Mit Werbeaufdruck, aber von einem Kind, das an diesem Tag Geburtstag hatte. Ich kannte weder das Kind, noch die Eltern. Und als ich die Garderobenfächer der anderen Kinder sah, war schnell klar, das Geburtstagskind hatte jedem Kind aus der Gruppe so ein Gastgeschenk mitgebracht. Mag ja sein, dass es eher als Werbemittel genutzt wurde, aber ich fand die Aktion aus mehreren Gründen nicht gut. 1. wegen der Werbung, sowas hat im Kindergarten nichts zu suchen und 2. verabscheue ich dieses Gastgeschenke-Gehabe.

Das war auch die Zeit, als ich die Idee für meine Selbständigkeit rund um den Kindergeburtstag hatte.

Nach dem ersten Kindergeburtstag, zu dem sie in Deutschland dann eingeladen war, kam sie mit einem Mitgebseltütchen heim, da schlackerten mir die Ohren. Darin gab es jede Menge mottogerechte Utensilien des Geburtstages. Wasserpistole, Seifenblasen, Stift, Ratzefummel, Kugelspiel, Luftballons und unzählige Süßigkeiten der Extraklasse. Das alles verpackt in einem kleinen Tütchen, das das gleiche Motiv zierte wie die Einladungskarte.
Ich fiel vom Glauben ab, denn der Wert des gesamten Krempels, denn sind wir mal ehrlich, richtig brauchen tut man davon nichts, überstieg den Wert des Geschenkes, das meine Süße der kleinen Gastgeberin mitgebracht hatte, um Längen.
Bei uns gibt es weiterhin Gewinne zu den Spielen und die Kinder dürfen entscheiden ob sie das sofort und vor Ort verspeisen oder mit nach Hause nehmen. Als Bastelrunde bemalen wir jedesmal Butterbrottüten aus Papier und alle sind glücklich.

Buntstifte zum bemalen der Brottüten

Geschenke

Ich habe auf keinen Fall etwas gegen Geschenke und ich habe mich auch daran gewöhnt, dass man irgendwann ein Alter erreicht, wo man eigentlich alles hat und sich lieber Geld wünscht um sich einen „größeren“ Wunsch erfüllen zu können, oder aber das Geld für einen guten Zweck zu spenden. Aber die Sitte der Gastgeschenke will sich mir nicht erschließen.

Simone guckt in eine Geschenktüte, wahrscheinlich Gastgeschenke.

Ich kenne das bisher nur bei Kundenveranstaltungen, Messen, Kongressen oder Workshops. Da sind Werbegeschenke bzw. Goodie-Bags völlig normal. Das fängt mit dem werbetechnisch bedruckten Block und Stift auf dem Platz an, geht über Süßigkeiten mit oder in Form des Logos und endet bei kiloschweren vollgestopften Taschen mit unzähligen Werbemitteln nach der Veranstaltung. Alles schön und gut.

Aber für was wirbt denn das Geburtstagskind nach der Party? Bleib bitte mein Freund? Lädst du mich auch zu Deinem Geburtstag ein? Kommst du nächstes Jahr wieder?

Bitte klärt mich auf?

1 Kommentare

  1. Pingback: Feiern ohne Partyservice ... ODER ... Was genau die Konzepte und Fix-&-Fertig-Anleitungen enthalten | Simone Leithe - Deine Eventagentin

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